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Barrierefreie PDF Dokumente

Information

PDF steht für „Portable Document Format“ und PDF-Dokumente gehören heute zum festen Bestandteil eines plattformunabhängigen Informationsaustauschs in Bürokommunikation und Internetalltag.

Ursprünglich wurde das PDF-Format für die Druckausgabe konzipiert, um zu gewährleisten dass in einem fortlaufenden Bearbeitungsprozess und auf verschiedenen Plattformen ein Dokument immer absolut gleichartig dargestellt wird. Das Layout, die Schriftarten, Grafiken und Farben sollen bei allen Anwendern und allen Verarbeitungsschritten exakt so dargestellt und ausgedruckt werden, wie es ursprünglich vom Autoren oder Grafiker gestaltet wurde. Die technische Anordnung und Abfolge der verarbeiteten Objekte orientiert sich dabei an diesen Anforderungen und sie entsprechen nicht unbedingt der „logischen“ Reihenfolge, in der ein Mensch den Inhalt lesen würde.

  

Logo Barrierefreie PDF-Dokumente

Was ist barrierefreies PDF

Barrierefreiheit bei Dokumenten verfolgt einen anderen Ansatz als die seitenorientierte Druckproduktion. Bei barrierefreien PDF-Dokumenten soll jeder Nutzer die Darstellung von Inhalten an seine individuellen Fähigkeiten oder Bedürfnisse, sowie an unterschiedliche Ausgabegeräte anpassen können. So wie abgeflachte Bordsteinkanten und rollstuhlgerechte Zugänge in Gebäuden die Bewegung im öffentlichen Raum gewährleisten, so soll barrierefreies PDF allen Menschen den Zugang zu den enthaltenen Informationen ermöglichen. Hierfür müssen sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllt werden:

  • Blinde Menschen benötigen korrekt strukturierten Text um mit Hilfe einer Braillezeile [1] zu „lesen“ oder um sich von Screenreadern [2] vorlesen zu lassen.
  • Ältere Menschen, ebenso wie sehbehinderte oder sehschwache Personen benötigen eine skalierbare Darstellung, um die Schriftgröße an ihre Sehleistung anzupassen.
  • Personen mit einer Farbfehlsichtigkeit, zum Beispiel einer Rot-Grün-Sehschwäche brauchen starke Kontraste und Kontrolle über die Farbe von Schrift und Hintergrund.
  • Menschen mit motorischen Einschränkungen, die eine Maus nicht, oder nur eingeschränkt bedienen können, benötigen eine gegliederte Dokumentstruktur um mit der Tastatur oder anderen Hilfsmitteln zu navigieren.
  • Menschen mit kognitiven Behinderungen, Lernschwächen oder auch Menschen mit fremdsprachigem Hintergrund benötigen einfach strukturierte Texte, idealerweise in „Leichter Sprache“ [3], zumindest aber mit klarer Navigationsstruktur.
  • Für Gehörlose, die primär Gebärdensprache verwenden, ist die Schriftsprache wie eine Fremdsprache. Unterstützende, assistive Techniken helfen und textliche Alternativen für multimediale Inhalte sind unabdingbar.
  • Nutzer von internetfähigen Mobiltelefonen oder eBooks [4] benötigen flexiblen Textfluss und anpassbare Schriftgrößen um PDF-Dokumente auf Kleinbildschirmen sinnvoll betrachten zu können.

Barrierefreie Inhalte richten sich somit, entgegen der landläufigen Meinung, nicht ausschließlich an Menschen mit Behinderungen. Barrierefreiheit ermöglicht oder optimiert den Zugriff für verschiedene Ausgabegeräte und breite Nutzergruppen.

 

Tagged PDF

Grundlage für eine Anpassung des Inhaltes ist das sogenannte „tagged PDF“. Tags sind unsichtbare Markierungen im PDF-Dokument, die dem Inhalt eine logische Reihenfolge und zusätzliche Strukturinformationen geben. Dies ermöglicht eine vom ursprünglichen Dokument unabhängige Anpassung des Schriftgrades oder der Ansicht von in mehreren Spalten gesetztem Text als beliebig skalierbarer Fließtext.

Diese Möglichkeiten bestehen prinzipiell schon seit der Einführung von Adobe Acrobat 5 im Jahre 2001 (!) und werden über die zusätzliche Strukturebene im Hintergrund des PDF-Dokumentes erreicht. Die Schreibweise für diese Tag-Struktur ähnelt in vielen Punkten (X)HTML. Der wesentliche Unterschied ist, dass HTML mit einem beliebigen Texteditor bearbeitet werden kann, während zur Bearbeitung der PDF-Tags eine Anwendung wie Adobe Acrobat Professional erforderlich ist.

Die Tag-Struktur gewährleistet, dass der Inhalt des PDF-Dokuments für assistive Technologien [5] wie Screenreader zugänglich ist. Anwenderinnen und Anwender können ein getaggtes PDF mittels Lesesoftware vorlesen lassen, sich gezielt zu einzelnen Kapiteln oder Textabschnitten bewegen, Hyperlinks folgen oder Erläuterungen zu Abbildungen, Abkürzungen oder Akronymen erhalten.

 

PDF/UA

Mit dem ISO-Standard PDF/UA (PDF Universal Accessibility, ISO 14289-1, August 2012) gibt es eine internationale Norm für barrierefreie PDF-Dokumente. PDF/UA definiert einen verbindlichen Standard, wie ein PDF beschaffen sein muss, damit es barrierefrei ist. Gefordert wird in dem umfangreichen Regelwerk, dass sämtliche Inhalte eindeutig und in seiner richtigen, logischen Lesereihenfolge strukturiert sein müssen. Es gibt Anforderungen für alternative Beschreibungen bei bildlichen Darstellungen, Gliederungsebenen von Überschriften, korrekten Auszeichnungen von Hyperlinks, Listen, Tabellen und Formularfeldern, bis hin zu Metadaten, Farben und Kontrastverhältnissen.

  

Informationen PDF/UA

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Schulungen

Wir schulen Sie in den Grundlagen zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente.

Schulungsangebote


Weblinks

BITV 2.0

BITV 2.0

Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik - Verordnung)

 

WCAG 2.0

Web Content Accessibility Guidelines - Englisch

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte - Deutsch

 

Gesetzliche Grundlagen

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG, April 2002), sowie die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0, November 2011) sind die zurzeit geltenden Grundlagen für Publikationen und Internetauftritte von Behörden der Bundesverwaltung. Für Internetangebote der Bundesländer gelten eigene, zum Teil erweiterte Bestimmungen und immer mehr Verbände, sowie private und kommerzielle Internet-Angebote orientieren sich an den Kriterien der BITV.

 

Ausblick

Mit PDF/UA steht eine validierbarer ISO-Norm zur Verfügung, die neben der Sicherstellung von WCAG 2.0-Konformität [6] bei PDF-Dokumenten auf Webseiten, auch als Orientierung und Vorgabe bei Beschaffungs- und Vergaberichtlinien Anwendung findet. Mit der seit 2013 verfügbaren Übersetzung und der darauf folgenden Veröffentlichung als DIN-Norm (DIN 14289-1) ist die Bedeutung von PDF/UA erheblich gewachsen. Neben PDF/UA gibt es die weitere Entwicklung der europäischen Anforderung für Barrierefreiheit bei Produkten und Dienstleistungen der Informationstechnik (EU-Mandat 376). Die europäische CE-Norm erklärt Barrierefreiheit – nicht nur bei PDF-Dokumenten – in allen EU-Mitgliedsstaaten als verbindlich.

Die in der BGG und BITV formulierten Ziele beziehen sind primär auf Menschen mit Behinderungen und sind auch der zentrale Aspekt von PDF/UA. Darüber hinaus berücksichtigt „Barrierefreiheit“ aber auch gesellschaftlichen Wandel und technologischen Fortschritt. Die Angebote im Internet, und damit auch die dort zur Verfügung gestellten PDF-Dokumente, werden von immer breiteren Bevölkerungsgruppen wahrgenommen und auf immer differenzierteren Geräten ausgegeben. Ältere Menschen stellen besondere Anforderungen an Schriftgröße, Textfluss und Skalierbarkeit, ebenso wie die Ausgabe von Inhalten auf  Smartphone, TV- oder Navigationsgeräten spezifische Anpassungen erfordern.

 

  

»Barrierefrei sind  […] Systeme der Informations-verarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikations-einrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weiseohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind«

§ 4 Barrierefreiheit, Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG, 27.04.2002)

Barrierefreiheit im gesamten Arbeitsprozess

Die Qualität eines barrierefreien PDF-Dokument und der Aufwand der meist notwendig werdenden Prüfung, Nachbearbeitung und Optimierung in Adobe Acrobat wird entscheidend davon beeinflusst, wie das Dokument zuvor in DTP-Programmen wie Adobe InDesign oder Büroanwendungen wie Microsoft Office oder OpenOffice  vorbereitet wurde.

Der Aufwand und damit auch die Kosten für die Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente sind umso geringer, je früher im Entstehungsprozess des Dokuments sich Gedanken um die Barrierefreiheit gemacht werden.

 

PC & EDV Support Köln

Wir unterstützen Sie bei allen Schritten zum barrierefreien PDF: Schulungen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Office-Produkten um optimale und breit angelegte Voraussetzungen für barrierefreie Dokumente zu erhalten, sowie die  Schulung und Beratung der DTP- und Internet-Redaktionen für die abschließende Bearbeitung und Qualitätssicherung barrierefreier PDF-Dokumente.

Weiterhin übernehmen wir auch die Erstellung barrierefreier PDF-Dateien auf Basis vorhandener Office oder PDF-Dokumente.

Schulungen

  • Erstellung barrierefreie PDF-Dokumente
  • Barrierefreies “tagged PDF” mit Adobe Acrobat
  • Dokumente für barrierefreies PDF mit Microsoft Office (Word)
  • Dokumente für barrierefreies PDF mit OpenOffice (Writer)
  • Dokumente für barrierefreies PDF mit Adobe InDesign

Unser Gesamtangebot umfasst Schulung und Beratung in den Themengebieten PDF-Erstellung, DTP und Office. Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch individuell zugeschnittene Seminare und Kombikurse.

Erstellung

  • Erstellung von barrierefreien PDF aus vorhandene Print-/ PDF(X)-Dokumenten
  • Erstellung von barrierefreien PDF aus vorhandenen Office- oder InDesign-Dokumenten
  • Überprüfung und Optimierung barrierefreier PDF-Dokumente
  • Beratung und Support bei der Erstellung von Dokument- und Formatvorlagen

Bearbeitung

  • Überprüfung und Optimierung barrierefreier PDF-Dokumente
  • Beratung und Support bei der Erstellung von Dokument- und Formatvorlagen

Vorträge

  • PDF Days Europe 2017, Berlin 15. -16. Mai 2017:
    »PDF/UA in der Office-Welt« |  PDF association  | YouTube
 
Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung.

   

»Für eine solidarische Gesellschaft in der alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, ihr Recht auf gesellschaftliche Teilhabe so selbstbestimmt wie möglich wahrnehmen können.«

Aktion Mensch

 


[1] Braillezeilen geben die Informationen über eine Tastatur in der Blindenpunktschrift Braille aus.

[2] Screenreader-Software ist ein Programm, das blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, den Inhalt eines Computerbildschirms zu erfassen, indem die Informationen über die Sprachausgabe des Screenreaders als gesprochene Sprache ausgegeben wird.

[3] Die „Leichte Sprache“ oder „Einfache Sprache“ ist eine besonders leicht verständliche sprachliche Ausdrucksweise. Sie erleichtert Menschen das Verstehen von Texten.

[4] Lesegeräte für digitale Bücher und andere Publikationen.

[5] Der eingedeutschte Begriff „assistive Technologie“ wird rund um das Thema Barrierefreiheit häufig als Sammelbegriff für unterstützende Computertechnologien wie Screenreader, Spracheingaben, Bildschirmtastatur verwendet.

[6] WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Die aktuelle Version WCAG 2.0 ist 2012 als ISO-Standard ISO/IEC 40500 veröffentlicht worden.