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PDF/UA - Universal Accessibility

Information zum Standard ISO 14289

Basierend auf dem ISO-Standard für barrierefreie Internetseiten, der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0, ISO 40500, Oktober 2012), ist für die Behörden der Bundesverwaltung die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0, November 2011) allgemein verbindlich.

Für PDF-Dokumente gibt es den internationalen ISO-Standard: PDF/UA (PDF Universal Accessibility, ISO 14289, August 2012). Mit PDF/UA steht ein validierbarer Standard zur Verfügung, der neben der Sicherstellung von WCAG 2.0-Konformität bei PDF-Dokumenten auf Webseiten, auch als Orientierung und Vorgabe bei Beschaffungs- und Vergaberichtlinien der Öffentlichen Hand Anwendung finden kann. 

  

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Mit der Übersetzung der PDF/UA und der darauf folgenden Veröffentlichung im Februar 2014 als DIN-Norm (DIN ISO 14289-1) ist die Bedeutung von PDF/UA erheblich gewachsen. Ebenso wird PDF/UA die weitere Entwicklung der europäischen Anforderung für Barrierefreiheit bei Produkten und Dienstleistungen der Informationstechnik (EU-Mandat 376) fördern. Die Verabschiedung als europäische CE-Norm erklärt Barrierefreiheit – nicht nur bei PDF-Dokumenten – in allen EU-Mitgliedsstaaten als verbindlich.

PDF/UA definiert einen verbindlichen Standard, wie ein PDF beschaffen sein muss, damit es barrierefrei ist. Gefordert wird in dem umfangreichen Regelwerk, dass sämtliche Inhalte eindeutig und in seiner richtigen, logischen Lesereihenfolge strukturiert sein müssen. Es gibt Anforderungen für alternative Beschreibungen bei bildlichen Darstellungen, Gliederungsebenen von Überschriften, korrekten Auszeichnungen von Hyperlinks, Listen, Tabellen und Formularfeldern, bis hin zu Metadaten, Farben und Kontrastverhältnissen.

Auf Basis von PDF/UA kann nun Software entwickelt werden, die sich eindeutig zu einem Standard verhält. Der Screenreader NVDA wird konsequent in diese Richtung entwickelt, der PDF-Accessibility-Checker (PAC) unterstützt seit der Version 2.0 PDF/UA, und auch wenn Acrobat XI das PDF/UA-Label noch nicht offiziell im Namen trägt, so bezieht sich die komplett neu gestaltete Ausgabeprüfung schon eindeutig auf PDF/UA. Bleibt zu hoffen, dass dies auch für Microsoft und Adobe ein Ansporn ist, die kommenden Versionen von Office und InDesign weiter zu verbessern.

Die derzeit gültige Barrierefrei-Verordnung BITV 2.0 hat beim Thema PDF noch ein paar weiße Flecken. Es bleibt abzuwarten, ob eine PDF/UA-Ergänzung der Verordnung (BITV 3.0 ???) diese Lücke schließt und damit auch verbindliche Maßstäbe für die Umsetzung von barrierefreien PDFs bei Aufträgen durch die Öffentliche Hand bieten wird.

Hinfällig wären damit auch Diskussionen und unterschiedliche Anforderungen zur unzureichend, in vielen Situationen auch mangelhaft funktionierender Umfließen-Ansicht in Acrobat/Adobe Reader. Relevant für standardkonformes PDF/UA sind einzig die Tag-Struktur und die darauf basierende Lesereihenfolge. Solange es allerdings noch keine fest implementierte oder leicht zu ergänzende Alternative für den Adobe Reader gibt, sollte meiner persönlichen Meinung nach die Umfließen-Ansicht nicht völlig ignoriert werden - wenn es auch für die Einhaltung des PDF/UA-Standards nicht mehr relevant ist.

  

Aktuelle Informationen

Für aktuelle Informationen, Austausch und Diskussion haben wir eine Web-Community auf +google eingerichtet. 

+google Barrierefreie PDF - PDF/UA

 

Weblinks

PDF/UA (Universal Accessibility)

ISO 14289-1, kostenpflichtig

Eine deutsche Übersetzung der ISO-Norm ist in Vorbereitung.

PDF / UA kompakt (online und als PDF)

ausführliche Erläuterung der PDF Association

 

BITV 2.0

BITV 2.0

Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik - Verordnung)

 

WCAG 2.0

Web Content Accessibility Guidelines - Englisch

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte - Deutsch